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Mein erster Grundton ist die Musik, mein Beruf, mein Lebenselement.
Mein zweiter Grundton ist Neugier: Was gibt es noch?

Als Kind träumte ich mich in Geschichten. Ein Knacks im Kopf, irgendwo tief im Schädel, und eine Welle aus unruhiger Freude rollt durch mich hindurch. Die schimmernde Membran zwischen zwei Momenten der Wahrnehmung, dünn wie die Haut einer Seifenblase, gibt nach, ich bin auf der anderen Seite, ein wenig Seifenschaum im Gesicht.

Kein weiter Weg zum Schamanismus mit seinen Trancen, seinem Träumen. Die Weltsicht hat mich anfangs verunsichert und abgeschreckt mit ihrer körperlichen Direktheit, den Heil – und Opferritualen, den Visionssuchen und Ayahuascatrips
Trotzdem ließ sie mich niemals ganz los, und schließlich war ich so neugierig geworden, dass ich Seminare besuchte, mich mit anderen zusammentat, um weiterzuforschen und zu üben.


Zum Weiterlesen:


Natürlich ist es nicht der Schamanismus der Uralten und deren Nachkommen, und doch sind da die Energien, die in uns allen leben und geweckt werden können. Wir können ihnen begegnen und ihre Wirksamkeit erfahren, indem wir Trancemethoden (auch schamanische, aber ebenso Techniken aus vielen anderen spirituellen Traditionen, auch der christlichen übrigens) lernen und üben. Ein Träumen bei vollem Verstand.

Ich habe die transformierende und heilende Kraft dieser Praxis erfahren. Sie ist in unserer Zivilisation, unserer Zeit heimisch, nimmt sich unserer heutigen Nöte an, so wie sie es in wechselnden Gewändern schon seit Jahrtausenden vermochte, denn sie ist von Dauer und wandelt sich zusammen mit uns.

Ich nenne sie inzwischen Resonautik.
Instrumente müssen gestimmt werden. Kammermusik wie auch Gespräch werden möglich durch die Bereitschaft, miteinander zu schwingen. Der kostbare Zustand des gemeinsamen Flows, der Einheit.
Das ist gemeint mit „in Resonanz gehen“. Resonaut*innen sind Fahrende, die Resonanz suchen, wahrnehmen, erkunden. Hier treffen und verbinden sich meine beiden Grundtöne, die Musik und das Träumen; beide brauchen die Neugier ebenso wie die Disziplin des Übens, des immer-wieder-Tuns.
Und dann traf ich auf den berühmten Spruch aus der Meditationspraxis: „Du kannst die Erleuchtung nicht erzwingen, aber du kannst dich immer wieder so vorbereiten, dass sie geschehen kann“.
Immer wieder.
Immer wieder.
Handwerk, Textstudium, Bereitschaft zum Tun, Mut, Zuversicht, bis es in diesem einen kostbaren Moment, auf der Bühne wie in der Resonautik, den Knacks gibt, den Sprühschaum, und sich die Sternstunde schenkt: Alles ist im Einklang, buchstäblich die ganze Welt.